WordPress ist das beliebteste CMS der Welt – über 40% aller Websites laufen damit. Viele denken, WordPress sei „von Natur aus SEO-freundlich“. Das stimmt nur teilweise.
Die Wahrheit ist: WordPress bietet enormes Potenzial, aber nur wenn du die richtigen Einstellungen kennst. In diesem Ratgeber zeige ich dir die versteckten Settings, die den Unterschied zwischen Seite 5 und Top 3 bei Google ausmachen – viele davon übersehen selbst erfahrene Website-Betreiber.
Das Wichtigste in Kürze
- Standard-WordPress ist nicht SEO-optimiert: Ohne die richtigen Einstellungen verschenkst du massiv Potenzial
- Permalinks falsch = Rankings futsch: Die URL-Struktur ist eine der wichtigsten Grundeinstellungen
- Versteckte Performance-Killer: Revisionen, Pingbacks und unnötige Skripte bremsen deine Website aus
- Indexierungs-Falle: Eine einzige falsche Einstellung kann deine gesamte Website aus Google verbannen
- Plugin-Chaos vermeiden: Mehr Plugins bedeuten nicht besseres SEO – oft sogar das Gegenteil
Die kritischste Einstellung: Sichtbarkeit für Suchmaschinen
Klingt banal, passiert aber erschreckend oft: Deine WordPress-Seite ist für Suchmaschinen gesperrt, und du weißt es nicht mal.
Wo du nachschauen musst
Gehe zu: Einstellungen → Lesen → Suchmaschinen-Sichtbarkeit
Hier gibt es ein kleines Häkchen: „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“. Wenn dieses Häkchen gesetzt ist, sagt deine Website zu Google: „Bitte ignoriere mich komplett!“
So passiert’s:
- Entwickler setzen das Häkchen während der Website-Entwicklung
- Nach dem Launch wird es vergessen
- Monate später wunderst du dich, warum keine Rankings kommen
Bei Volkweb checken wir diese Einstellung immer als erstes bei neuen Kunden – und erschreckend oft ist genau das das Problem. Ein einziges Häkchen kann monatelange SEO-Arbeit zunichtemachen.
Permalinks: Die Basis für saubere URLs
Die URL-Struktur deiner WordPress-Seite ist fundamental wichtig. Standard-WordPress nutzt URLs wie deinedomain.de/?p=123 – absolut katastrophal für SEO.
Die richtige Permalink-Struktur
Gehe zu: Einstellungen → Permalinks
Vermeide unbedingt:
- Einfach:
/?p=123(Standard, absolut schlecht) - Tag und Name:
/2026/12/21/mein-beitrag/(zu lang) - Numerisch:
/archives/123(nichtssagend)
Empfohlene Strukturen:
- Beitragsname:
/mein-beitrag/(am besten für Blogs) - Kategorie und Name:
/kategorie/mein-beitrag/(gut für thematische Struktur) - Benutzerdefiniert:
/%category%/%postname%/(maximale Kontrolle)
Wir bei Volkweb nutzen meist die Beitragsname-Struktur, da sie kurz, sprechend und flexibel ist. Bei größeren Projekten mit klarer Website-Struktur macht die Kategorie-Einbindung Sinn.
Wichtig: Ändere die Permalink-Struktur NIEMALS nachträglich ohne 301-Weiterleitungen! Das kostet dich alle Rankings.
Database-Optimierung: Der Performance-Turbo
WordPress speichert bei jeder Änderung eine Revision – das sind alte Versionen deiner Beiträge. Klingt nützlich, ist aber ein Performance-Killer.
Revisionen begrenzen
Standardmäßig speichert WordPress unbegrenzt Revisionen. Bei einem Blogbeitrag, den du 50x bearbeitest, sind das 50 Datenbank-Einträge für einen einzigen Artikel!
Lösung in der wp-config.php:
define('WP_POST_REVISIONS', 3);
Das begrenzt Revisionen auf maximal 3 pro Beitrag. Oder komplett deaktivieren:
define('WP_POST_REVISIONS', false);
Auto-Drafts und Trash bereinigen
WordPress speichert auch automatische Entwürfe und gelöschte Inhalte – oft über Monate.
Plugin-Tipp: WP-Optimize bereinigt automatisch:
- Alte Revisionen
- Spam-Kommentare
- Transients (temporäre Daten)
- Auto-Drafts
Das macht deine Datenbank schlanker und deine Website schneller – was direkt deine Rankings verbessert.
XML-Sitemap: Google den Weg weisen
Eine XML-Sitemap zeigt Google alle wichtigen Seiten deiner Website. WordPress erstellt diese NICHT automatisch.
Sitemap mit Yoast oder Rank Math
Die beiden wichtigsten SEO-Plugins für WordPress:
Yoast SEO:
- Automatische Sitemap-Generierung
- Einstellbar unter: SEO → Allgemein → Funktionen → XML-Sitemaps
Rank Math:
- Noch granularere Kontrolle
- Sitemap-Einstellungen unter: Rank Math → Sitemap Settings
Was gehört in die Sitemap?
- Alle wichtigen Seiten und Beiträge
- Kategorien (wenn sie Content haben)
- Custom Post Types
Was NICHT in die Sitemap gehört?
- Tags (meist Duplicate Content)
- Archivseiten
- Danke-Seiten
- Admin-Seiten
Nach der Sitemap-Erstellung: In Google Search Console einreichen!
Robots.txt und .htaccess: Die Türsteher deiner Website
Diese beiden Dateien kontrollieren, was Suchmaschinen sehen dürfen und wie deine Website ausgeliefert wird.
Robots.txt richtig konfigurieren
Die robots.txt liegt im Root-Verzeichnis und sagt Suchmaschinen, was sie crawlen dürfen.
Beispiel einer guten robots.txt:
User-agent: *
Disallow: /wp-admin/
Disallow: /wp-includes/
Allow: /wp-admin/admin-ajax.php
Disallow: /wp-content/plugins/
Disallow: /wp-content/themes/
Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap.xml
Das spart Crawl-Budget und verhindert, dass Google unnötige Bereiche indexiert.
.htaccess für Performance und Security
Die .htaccess-Datei kann massive Performance-Boosts bringen:
Browser-Caching aktivieren:
<IfModule mod_expires.c>
ExpiresActive On
ExpiresByType image/jpg "access plus 1 year"
ExpiresByType image/jpeg "access plus 1 year"
ExpiresByType image/png "access plus 1 year"
ExpiresByType text/css "access plus 1 month"
ExpiresByType application/javascript "access plus 1 month"
</IfModule>
GZIP-Komprimierung:
<IfModule mod_deflate.c>
AddOutputFilterByType DEFLATE text/html text/plain text/xml text/css application/javascript
</IfModule>
Bei Volkweb konfigurieren wir diese Dateien bei jedem Website-Relaunch neu – oft bringt das allein schon 30-40% schnellere Ladezeiten.
Image-Optimierung: Der unterschätzte Ranking-Faktor
Bilder sind oft die größten Performance-Killer auf WordPress-Seiten.
Die richtigen Einstellungen
WordPress-Bordmittel:
- Standard-Bildgrößen anpassen unter: Einstellungen → Medien
- Kleine Vorschaubilder: 150x150px
- Mittlere Größe: 300x300px
- Große Größe: 1024x1024px (nicht größer!)
Plugin-Empfehlungen:
- Imagify oder ShortPixel: Automatische Komprimierung beim Upload
- Lazy Load: Bilder werden erst geladen, wenn sie im Viewport sind
- WebP-Konvertierung: Moderne Bildformate für 30% kleinere Dateien
Alt-Tags nicht vergessen
Jedes Bild braucht einen Alt-Tag für SEO. In WordPress beim Bildupload eintragen:
- Kurz und beschreibend
- Relevante Keywords einbauen (aber natürlich!)
- Nicht: „IMG_1234.jpg“
- Sondern: „Handwerker installiert Photovoltaik-Anlage“
Comment-Einstellungen: Spam vermeiden
Kommentare können gut für SEO sein (User-Generated Content!), aber WordPress-Standard-Einstellungen laden zu Spam ein.
Wichtige Einstellungen unter Einstellungen → Diskussion
- „Vor Veröffentlichung muss der Kommentar manuell freigegeben werden“: Aktivieren!
- „Kommentar-Autor muss bereits einen genehmigten Kommentar haben“: Auch aktivieren
- „Avatar anzeigen“: Deaktivieren (lädt externe Gravatar-Bilder)
- Pingbacks und Trackbacks: Komplett deaktivieren (veraltet und Spam-anfällig)
Das spart Spam-Moderation und verhindert, dass deine Website mit Junk-Links vollgemüllt wird.
Theme-Wahl: Nicht jedes Theme ist SEO-freundlich
Viele WordPress-Themes sehen toll aus, sind aber SEO-Albträume.
Worauf du achten solltest
Performance:
- Ladezeit unter 3 Sekunden
- Sauberer Code ohne Bloat
- Mobile-optimiert (Responsive Design)
SEO-Features:
- Schema Markup integriert
- Breadcrumbs-Funktion
- Heading-Struktur (H1, H2, H3) korrekt
- Keine versteckten Affiliate-Links im Footer
Empfohlene Themes:
- GeneratePress (leicht, schnell, flexibel)
- Astra (Performance-orientiert)
- Kadence (modernes Design, SEO-optimiert)
Bei Volkweb entwickeln wir oft Custom-Themes, die genau auf die SEO-Strategie des Kunden zugeschnitten sind.
Plugin-Management: Weniger ist mehr
Jedes Plugin verlangsamt deine Website. Trotzdem gibt es essenzielle SEO-Plugins.
Die Must-Have SEO-Plugins
1. SEO-Plugin (wähle EINS):
- Yoast SEO (anfängerfreundlich)
- Rank Math (mehr Features, komplexer)
- The SEO Framework (minimalistisch, schnell)
2. Caching-Plugin:
- WP Rocket (Premium, aber jeden Cent wert)
- W3 Total Cache (kostenlos, komplex)
- LiteSpeed Cache (wenn dein Hoster LiteSpeed nutzt)
3. Security-Plugin:
- Wordfence (Malware-Schutz)
- iThemes Security (Hardening)
4. Backup-Plugin:
- UpdraftPlus
- BackWPup
Plugins, die du NICHT brauchst
- Zu viele SEO-Plugins gleichzeitig: Konflikte garantiert
- Social Share Buttons mit externen Skripten: Verlangsamen massiv
- „All-in-One“-Plugins: Meist überladen
- Veraltete/nicht gewartete Plugins: Sicherheitsrisiko
Wir bei Volkweb halten die Plugin-Anzahl immer unter 15 – mehr braucht man selten.
Security-Settings: Google mag sichere Websites
Google bevorzugt sichere Websites. Hier sind die wichtigsten Security-Einstellungen:
SSL-Zertifikat (HTTPS)
Absolutes Muss! Ohne SSL rankst du 2026 nicht mehr.
Nach SSL-Installation:
- Alle URLs auf HTTPS umleiten (via .htaccess oder Plugin)
- Gemischte Inhalte (Mixed Content) vermeiden
- In Search Console HTTPS-Version verifizieren
Login-Security
Standard-WordPress ist anfällig für Brute-Force-Attacks.
Wichtige Maßnahmen:
- Login-Versuche limitieren (Plugin: Limit Login Attempts)
- Admin-Username NICHT „admin“ (ändere es!)
- Starke Passwörter erzwingen
- 2-Faktor-Authentifizierung aktivieren
Database-Prefix ändern
Standard-Prefix ist „wp_“ – das wissen Hacker.
In wp-config.php ändern:
$table_prefix = 'xyz123_';
Aber Vorsicht: Nur bei neuen Installationen! Nachträgliche Änderungen sind komplex.
Core Web Vitals: Die Performance-Metriken, die zählen
Google bewertet Websites seit 2021 auch nach Core Web Vitals. WordPress-Standard erfüllt diese oft nicht.
Die drei wichtigsten Metriken
1. Largest Contentful Paint (LCP):
- Sollte unter 2,5 Sekunden sein
- Optimierung: Bilder komprimieren, Caching nutzen
2. First Input Delay (FID):
- Sollte unter 100 Millisekunden sein
- Optimierung: JavaScript minimieren, Render-Blocking vermeiden
3. Cumulative Layout Shift (CLS):
- Sollte unter 0,1 sein
- Optimierung: Bildgrößen definieren, keine nachladenden Elemente
Tools zum Messen:
- Google PageSpeed Insights
- GTmetrix
- WebPageTest
Bei Volkweb optimieren wir regelmäßig die SEO KPIs unserer Kunden – Core Web Vitals gehören dazu.
Mobile-Optimierung: Mobile-First ist Pflicht
Google nutzt seit Jahren Mobile-First-Indexing – die mobile Version deiner Seite ist die, die zählt.
WordPress Mobile Settings
- Responsive Theme: Absolutes Muss (alle modernen Themes sollten das sein)
- AMP deaktivieren: Google AMP ist tot, brauchst du nicht mehr
- Touch-friendly Elemente: Buttons mindestens 48x48px
- Mobile Menü: Hamburger-Menü für bessere UX
Test-Tools:
- Google Mobile-Friendly Test
- Search Console Mobile Usability Report
Interne Verlinkung automatisieren
Interne Links sind Gold für SEO. WordPress macht es dir leicht, sie zu setzen – wenn du weißt wie.
Plugin-Tipp: Internal Link Juicer
Automatisiert interne Verlinkungen basierend auf Keywords. Spart enorm Zeit bei großen Blogs.
Manuelle Best Practices
- Mindestens 2-3 interne Links pro Blogbeitrag
- Variierende Ankertexte nutzen
- Auf relevante, thematisch passende Seiten verlinken
- „Hier klicken“ vermeiden, stattdessen beschreibende Texte
Bei unseren Content-Strategie entwickeln Projekten planen wir die interne Verlinkung von Anfang an mit.
Häufig gestellte Fragen zu WordPress SEO
Reicht ein SEO-Plugin allein für gute Rankings?
Nein, ein SEO-Plugin ist nur ein Werkzeug. Yoast oder Rank Math helfen dir bei Meta-Descriptions, Sitemaps und technischen Einstellungen – aber sie schreiben keine guten Inhalte, bauen keine Backlinks auf und optimieren nicht deine Suchintention.
Ein Plugin ersetzt keine durchdachte SEO-Strategie. Bei Volkweb nutzen wir Plugins als Grundlage, aber der echte Erfolg kommt durch strategische Optimierung und hochwertigen Content.
Sollte ich Yoast oder Rank Math nutzen?
Beide sind gut, aber unterschiedlich: Yoast ist anfängerfreundlicher, intuitiver und hat den größten Marktanteil. Rank Math bietet mehr Features, ist technisch detaillierter, aber auch komplexer. Für die meisten Nutzer reicht Yoast völlig aus.
Wichtig: Nutze niemals beide gleichzeitig! Das führt zu Konflikten. Wähle eines, lerne es richtig kennen und bleibe dabei. Bei Volkweb nutzen wir meist Rank Math, weil wir die granulare Kontrolle schätzen.
Wie viele Plugins sind zu viel für WordPress SEO?
Eine Faustregel: Halte dich unter 15-20 Plugins. Jedes Plugin fügt Code hinzu und kann deine Website verlangsamen. Wichtiger als die Anzahl ist die Qualität: Gut programmierte, regelmäßig aktualisierte Plugins sind okay.
Vermeide veraltete, aufgeblähte oder schlecht codierte Plugins. Deaktiviere regelmäßig ungenutzte Plugins. Bei Volkweb auditen wir regelmäßig die Plugin-Liste unserer Kunden und entfernen überflüssige – oft bringt das allein 20-30% Performance-Gewinn.
Muss ich wirklich ein Caching-Plugin nutzen?
Ja, absolut! Caching ist einer der größten Performance-Boosts, die du erreichen kannst. Ohne Caching wird jede Seite bei jedem Aufruf komplett neu generiert – das kostet Zeit und Server-Ressourcen.
Mit Caching werden statische Versionen ausgeliefert, was die Ladezeit um 50-70% reduzieren kann. Schnellere Ladezeiten = bessere Rankings. Bei WordPress SEO ist WP Rocket unser Favorit, aber auch kostenlose Alternativen wie W3 Total Cache funktionieren.
Kann ich WordPress SEO selbst machen oder brauche ich eine Agentur?
Die Grundlagen kannst du absolut selbst umsetzen: Einstellungen optimieren, SEO-Plugin installieren, schnelles Theme wählen. Dafür kannst du SEO lernen durch Tutorials und Guides.
Aber für fortgeschrittene Optimierung – technisches SEO, Content-Strategie, Linkaufbau – lohnt sich professionelle Hilfe. Bei Volkweb sehen wir oft: Kunden haben die Basics gemacht, aber die feinen Einstellungen gefehlt. Genau die machen aber den Unterschied zwischen Seite 3 und Top 3 aus.



